dietrichsriesen2

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-- II/V --

 

"Im gleichen Augenblick warf sich die Riesin auf Hildebrand, sie umklammerte ihn, daß er die Waffe nicht brauchen konnte, und warf ihn im Ringen zu Boden. So fest presste sie seine Gelenke, daß ihm das Blut von den Nägeln sprang; so hart kniete sie auf seiner Brust, daß ihm der Atem zu vergehen drohte und er in höchster Not nach Dietrich rief. Der schlug eben dem Riesen das Haupt vom Rumpfe und sprang dem Meister zu Hilfe. Mit einem Streiche Nagelrings hieb er Hilde in zwei Stücke, aber die beiden Hälften fuhren flugs wieder zusammen; und so geschah es auch beim zweiten Male. Da rief Hildebrand ihm zu: ´Tritt rasch in die Hälften!´ Das tat Dietrich beim dritten Streich, und endlich blieben sie geschieden. Aber der Kopf der Sterbenden rief ihm, ehe er erstarrte noch zu: ´Hätte Grim so fest auf dir gekniet wie ich auf dem Alten, ihr wäret nicht mit dem Leben davon gekommen!´ Die beiden fanden einen reichen Schatz von herrlichen Kleinoden, aber das schönste Stück daraus war ein Helm, der nach dem Riesenpaar Hildegrimm genannt war; ihn erprobte Dietrich noch in manchen harten Kampf.

 

Kurze Zeit hatte der Held daheim gesessen, als er hörte, daß in dem Walde noch ein Riese aus Grims Sippe lebte, Sigenot mit Namen; sogleich beschloß er, auch ihn zu erschlagen. Hildebrand warnte seinen Herrn vor dem Abenteuer – denn Sigenot war Grim an Stärke und Wildheit überlegen und überdies mit einer Hornhaut gepanzert, die kein Schwert durchdrang - ;und als Dietrich seine Warnung nicht achtete, wollte er ihn wenigstens auf der Fahrt begleiten. Aber Dietrich sprach: ´Allein will ich ihn bestehen, Mann gegen Mann! Warte meiner acht Tage in Bern; kehre ich dann nicht zurück, so suche und räche mich!´ Damit ritt er allein von dannen.

 

Er fand den Riesen im Dickicht schlafend, eine große Stahlstange neben sich; mit seinen ungefügen Gliedern lag er da wie ein Fels, und von seinem Atem bogen sich die Äste der Bäume. Aber auch diesen Unhold wollte der edle Dietrich nicht im Schlaf erschlagen, und er versetzte ihm, um ihn zu wecken, mit dem Fuß einen Stoß gegen die Brust. Im Nu sprang der Riese auf die Beine, starrte ihn wild aus feuerfarbenen Augen an und schrie, die Stange packend: ´Dein Stoß wird dir nicht geschenkt!´ Als er gar den Hildegrim auf Dietrichs Haupt und den Nagelring in seiner Hand erblickte, erkannte er den Mörder seines Oheims und hieb sofort auf den Helden ein, der die Schläge der Stahlstange mit dem Schwert erwiderte. Doch bald mußte Dietrich merken, daß Nagelring nicht durch die Haut des Gegners schnitt; da sprang er, als der Riese zu einem ungeheuren Schlag ausholte, schnell zur Seite, daß jenem vom leeren Schwung die Stange aus der Hand und weit wegflog, und mit einem zweiten Sprung brachte er sich zwischen den Riesen und seine Waffe, so daß der sie nicht wieder ergreifen konnte."

 

 

 

         

 

 

 

 

 

 

-- Grim mit Nagelring --

 

 

 

 

 

 

 

 



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