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-- I/III --

 

"Widukind, der als Herzog von Sachsen lange Jahre hindurch stets von neuem gegen den großen Karl für die Freiheit seines Volkes kämpfte, hat in seinem Leben keine Krone getragen, aber nach seinem Tode ehrten ihn die Sachsen mit der Königswürde; in Westfalen und Engern lebt er fort als König Widukind, Weking oder Wiek. Allenthalben begegnet man seinem Namen heut noch.

 

Als nach vielen Schlachten die Übermacht der Franken ihn endlich hart bedrängte, vermochte er nur noch zwei Burgen zu behaupten, die Wieksburg zu Osnabrück und zu Schagen. Niemals konnten die Feinde erfahren, in welcher von beiden er selbst sich mit seiner Hauptstreitmacht befand; denn er täuschte sie dadurch, daß er den Pferden die Hufeisen verkehrt aufschlagen ließ. Wiesen die Spuren ins Land, so befand er sich trotzdem in der Burg; führten sie aber zu ihr hin, dann flog er auf seinem kleinen schwarzen Hengst durch Feld und Heide, und immer war er dort zur Stelle, wo ihn keiner vermutete. Einmal aber, da er von Schagen fortritt, wurde er verraten, und fast hätten ihn die Franken gefangen, indem sie ihm den Weg durch einen Verhau versperrten. Doch Widukind beugte sich über die glänzende Mähne des Hengstes und flüsterte ihm ins Ohr:

 

 ´Hengsten, spring awer, kriegst en Spint Hawer!

  Springst du nich awer, frütet di un mi de Rawen!´

 

Wie ein Pfeil schoß da das schnellfüßige Pferd über den Verhau und trug mit fliegenden Hufen seinen Reiter bis nach Osnabrück; dort brach es tot zusammen. So war Widukind für diesmal gerettet und setzte den Kampf fort. Wohl gerieten die Sachsen in große Not, aber auch Karl wollte manchmal am Sieg verzagen. In einer schweren Stunde tröstete ihn ein göttliches Zeichen. In der Nähe seines Lagers besah er sich den großen Opferstein, der dort in einer Bergschlucht stand. Gerade hatte man ihm die Nachricht gebracht, daß Widukind ein neues Heer gegen ihn sammle. Als er mit seinen Begleitern darüber redete, schlug er voll Unmut und Zweifel mit einer Pappelgerte auf den Opferstein und sprach: ´Es scheint mir unmöglich, diesen Stein und den harten Sinn der Sachsen zu brechen!´ Da zersprang der gewaltige Block unter der schwachen Rute in Stücke, und Karl begann mit neuem Mut den neuen Kampf."

 

 

         

 

-- Kaiser Karl übergibt Widukind das Lehen zu Enger --

 

 

 

 

 

 

 



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