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-- III/IV --

 

-- Loki´s Bestrafung --

 

"Wieder einmal saßen die Asen festlich vereint in Ögir´s Halle; nur Thor fehlte, denn er war noch nicht zurück von der Ostfahrt. Aber alle anderen waren gekommen: Odin und Frigga und Thor´s Gattin Sif, Frey und Freia, Tyr, Heimdall und Widar, Njörd und Skadi, Bragi und Idun, und auch Loki war zur Stelle. Die Asen priesen den Gastgeber und lobten seine hurtigen Gehilfen, die so wohl ihres Amtes walteten. Das reizte Loki´s Tücke, er suchte Händel mit einem der Diener und schlug ihn, daß er tot zur Erde fiel. Die Götter sprangen erzürnt auf, denn die Halle war eine hochheilige Friedensstätte, und Loki hatte sie frevlerisch entweiht. Sie griffen zu ihren Schilden, Loki fühlte sich nicht mehr sicher und entfloh zur Tür hinaus in den Wald. Eine Weile verfolgten ihn die Asen und riefen ihm Drohworte nach; aber er entkam und sie kehrten zu dem Gelage zurück, wiewohl ihre Freude gestört war. Aber Loki kam vor Bosheit nicht zur Ruhe, und so wagte er es abermals. An der Tür warnte ihn Ögir´s zweiter Diener: ´Sie reden drin schlimm von dir!´ Aber Loki stieß ihn zur Seite: ´Schimpf und Schande will ich denen dafür schaffen und Gift in ihren Met gießen!´

 

So trat er wiederum ein, und die Asen verstummten vor der Frechheit des Bösen. ´Warum schweigt ihr so still?´, rief er ihnen zu, ´ist euch die Sprache weggeblieben? Heißt mich entweder zu euch sitzen oder hinweggehen!´ ´Niemals sollst du wieder bei uns sitzen´, antwortete ihm Bragi; ´die Asen wissen, wer zu ihnen gehört und wer nicht!´ Da wandte sich Loki an Odin: ´Hast du vergessen, Odin, daß wir in Urzeiten unser Blut vermischten? Damals schwurst du, keinen Becher zu trinken, wenn er nicht auch mir geboten würde!´ ´So stehe denn auf, Widar´, sagte darauf Odin, seines Eides gedenkend, ´heiß Loki niedersitzen und reiche ihm den Trank!´ Widar gehorchte, wennschon nicht gern, und Loki trank: ´Heil allen Asen und Asinnen – allen, außer Bragi, der mir den Sitz verweigerte!´ So begann Loki den Zank; denn als Bragi ihm antwortete, überschüttete er ihn mit Scheltworten, und immer, wenn ein Gott oder eine Göttin versuchte, den Streit zu schlichten, wandte er sich gegen den Schlichter. Da war kein Ase, den er nicht schmähte, keiner, den er nicht durch schändliche Vorwürfe verhöhnte oder kränkte, während er sich zugleich prahlerisch der eigenen Missetaten rühmte. Ungerecht nannte er Odin, weil er die Helden veruneinige und die Besten töte; einen törichten Krüppel hieß er Tyr, weil er sich die Hand vom Wolf abbeißen ließ; von Njörd, Frey, Heimdall, von jedem wußte eine häßliche Geschichte. Und ebenso wenig verschonte er die Asinnen; er warf nicht nur der üppigen Freia ihre Liebesabenteuer vor, nein, er verleumdete auch die Tugend Iduns und selbst die der sanften Sif, als sie ihm mit gütlichem Friedenswort einen Eisbecher voll süßen Mets bot. Zügellos spie er Lästerung nach Lästerung aus, auf den Frieden pochend, den Odin ihm in der Halle gegeben hatte; er lachte nur, wenn ein Ase ihm drohte oder wenn die wilde Skadi gegen ihn auffuhr, als er sich rühmte, der erste gewesen zu sein unter denen, die ihren Vater töteten. Als aber Frigga ihn warnte und Balders, des Reinen gedachte, ihres Sohnes, der frei von jeglicher Schuld dem Bösen hätte entgegentreten können, da rühmte sich Loki voll hämischer Freude selbst seines ärgsten Frevels: ´Ich war es, der ihn tötete, und abermals war ich es, der seine Wiederkehr verhinderte!´ Da erbebte die Erde, und donnernd rollte Thor´s Wagen heran, und der starke Ase trat in den Saal, der von den Lästerungen Lokis widerhallte."

 

 

 

 

         

 

 

 

 

   

 

 -- Hyrockin, die Riesin --         -- Loki als Riesin Thöck --

 

 

 

 

 

 

 

 



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