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-- II/III --

 

"Die Asen kamen zusammen und bestimmten, daß Odin, Thor und Frey Richter sein sollten. Als erster bot Loki seine Schätze. Er gab Odin den Speer Gungnir, dessen Stoß keiner aufhalten konnte; er gab Thor das Goldhaar für Sif, und als sie es sich aufs Haupt setzte, war es sofort angewachsen und umwallte sie als goldene Flut; er gab Frey das Schiff Skidbladnir und erklärte ihm seine Tugenden: wie man es zusammen- und auseinanderfalten könne, und daß es, wohin es auch fahre, stets günstigen Wind in den Segeln habe.

 

Dann aber kam Brock und gab Odin den Ring Draupnir; jede neunte Nacht würden von ihm acht neue Goldringe tropfen, gleich schwer wie er selbst. Er gab Frey den goldborstigen Eber; der könne über Luft und Meer rennen, schneller als jedes Roß, bei Tag und bei Nacht, denn dann würden seine Borsten den Weg hell erleuchten. Und zuletzt gab er Thor den Hammer, Mjölnir geheißen: ´Nichts kann seinem Schlage widerstehen, niemals verfehlt er im Wurf sein Ziel, und immer wieder kehrt er in die Hand zurück!´ Thor ergriff den Hammer, und trotz des kurzen Stiels lag er doch fest in seiner Faust. Da sprachen die Schiedsrichter das Urteil: der Hammer sei von allen Kleinoden das köstlichste, die stärkste Waffe gegen die Urfeinde, die Riesen. Damit hatte der Zwerg die Wette gewonnen, und jetzt forderte er den Kopf des Gegners. Vergebens bot ihm Loki Lösegeld, der Zwerg bestand auf seinem Recht. Endlich sagte Loki: ´Dann sei es, nun fasst mich!´ - und im Augenblick war er weit fort von der Stelle, wo er eben noch gestanden hatte; denn er trug ein Paar Schuhe, mit denen er windschnell davoneilen konnte. Nun bat der Zwerg Thor, Loki zu ergreifen, und Thor mußte ihm wegen des Hammers willen wohl willfahren. Der Zwerg warf sich sofort auf den Gefangenen, um ihm den Kopf abzuschneiden; aber der Listige sagte: ´Das darfst du nicht, dir gehört wohl mein Kopf, aber nicht mein Hals!´ Darauf nahm der Zwerg einen Faden und ein Messer; er wollte Loki die Lippen durchstechen und den Faden durchziehen, um ihm den Lügen- und Lästermund zuzuschnüren, daß er nicht mehr essen und atmen könne. Doch das Messer schnitt nicht; da sagte der Zwerg: ´Daß ich meines Bruders Ahle hier hätte!´- und griff in die Luft, und schon hielt er sie in der Hand. Damit nähte er Loki die Lippen zusammen, und glaubte seinem Willen genug getan zu haben. Aber Loki riß den Faden heraus, und ob ihm auch das Blut von den zerfetzten Lippen rann, so gewann er doch Leben und Freiheit wieder. Die drei Asen, die Schiedsrichter gewesen waren, freuten sich der gewonnenen Kleinode. Die Tücke Lokis war diesmal den Göttern zum Segen ausgeschlagen. Und Thor war fortan, kraft seines Hammers, der Riesen gefürchtetster Feind.

 

 

 

-- Der Riesenbaumeister --

 

Herrlich waren die Götter schon zur Wehr gerüstet gegen ihre Feind; da kam eines Tages ein ungeschlachter Mann zu ihnen, der sagte, er sei ein Baumeister und erbiete sich, ihr Reich mit einer gewaltigen Mauer zu umhegen, die jedem Angriff der Berg- und Eisriesen trotzen könne. In drei Halbjahren wolle er ihnen diese feste Burg türmen. Als Lohn aber, so verlangte er, solle man ihm Freia ausliefern, dazu die Sonne und den Mond. Die Götter berieten lange, ob sie den Vertrag schließen sollten, und ihnen schien die Forderung zu hoch. Aber Loki redete ihnen so eindringlich zu, daß sie endlich doch einwilligten."

 

 

 

         

 

 

 

 

         

 

 -- Frey auf Skidbladnir --            -- Frey mit dem Eber --

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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