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-- I/II --

 

-- Ragnarök --

 

"Und die Seherin Wala kündete Odin das Unheil: ´Einmal bricht Ragnarök herein, Götterdämmerung und Weltenende. Vor seinem Nahen bebt Unruhe durch alle Welten, und viele Zeichen geschehen. In Riesenheim schlägt der feuerrote Hahn mit den Flügeln, er wittert den Anbruch der letzten Schlacht und krähte gellend seine Herausforderung; in Walhalla antwortet mit zornig gesträubten Gefieder der goldene Hahn der Götter, und tief aus Hel´s Reich dringt der Schrei des schwarzroten Hahns. Die Menschen geraten in Aufruhr, aus Bosheit und Habsucht fallen sie einander an und wüten mit Mord und Krieg. Treue und Glauben sind dahin, keiner schont des anderen, Bruder erschlägt den Bruder, Vater und Sohn erwürgen sich gegenseitig, drei Jahre lang rasen Schwert und Beil, krachen die Schilde.

Darauf fegen eisige Stürme über die Erde, der Boden klirrt vor Frost, Schnee stiebt so dicht, dass man die Sonne nicht mehr sieht; ohne das dazwischen ein Sommer käme, folgen drei Winter aufeinander. Dann aber geschieht, was den Menschen den größten Jammer bringt; der Wolf, der hinter der Sonne her rennt, erreicht und verschlingt sie, und der andere verschluckt den Mond; gleichzeitig stürzen auch die Sterne herab von dem Himmel, der pechfinster über der Erde lastet.

Aber nun beginnt auch die Erde zu beben, die Bäume schlagen entwurzelt hin, die Berge stürzen ein: tief im Abgrund zerren die gefesselten unholde an ihren Banden. Der Fenriswolf reißt sich los, Garm bricht aus dem Helgatter, Loki sprengt Fesseln und Kerker. Die Midgardschlange peitscht mit dem Schwanze das Meer, daß es über die Ufer schäumt, wütend strebt sie zum Lande hin. Die Flut hebt Nagelfar hoch, das riesige Schiff, das aus Nägeln der Toten gebaut ist; auf ihm fahren die schrecklichen Bewohner des Helreiches heran, und Loki selbst steuert. Rym stampft mit hocherhobenem Schild den Reifriesen voran. Der Fenriswolf schießt mit klaffendem Rachen daher, dass der Unterkiefer den Boden, der Oberkiefer den Himmel berührt, seine Augen glühen, und aus den Nüstern fährt Feuer. Neben ihm wälzt sich die Midgardschlange, grauenvoll anzusehen, und bläst Gift in dicken Wolken von sich. Garm rennt heulend mit blutiger Brust, Geifer fliegt ihm von den Lefzen. In wildem Getümmel stürmen die Ungeheuer Asgard zu.

Längst hat Heimdall ins Horn gestoßen, sein gellender Schrei ruft die Asen zur letzten Beratung, und zum letzten Male hältst du, Odin, Zwiesprache mit Mimir´s Haupt, die Götter wissen ihr Schicksal. Indessen sammeln sich die feindlichen Ungetüme auf dem Felde Wigrid, das hundert Meilen in die Länge und Breite mißt. Da birst krachend der Himmel auseinander, durch die Lücke kommen in lodernder Glut die Muspelsöhne gebraust, ihnen voran Surtur, er schwingt sein riesiges Flammenschwert. Unter den donnernden Hufen ihrer Rosse bricht die Brücke Bifröst zusammen. Davon erbebt die ganze Welt, die Grundfeste schwankt, dass in Jötenheim die Riesinnen straucheln, die Zwerge stöhnen vor den Steintüren ihrer Höhlen. Yggdrasil, die Weltesche, erzittert bis in die Wurzeln, aus der aufrauschenden Krone stößt schreiend der Adler herab: aber noch einmal steht der uralte Weltenbaum."

 

 

         

 

 

        

 -- Nagelfar, Schiff der Toten --   -- Thor gegen die Schlange --

 

 

 

 

 

 



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