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-- II/II --

 

"Nun ziehen von Walhalla her die Asen und ihr Heer heran, herrlich gerüstet. Allen voran reitest du, Odin, von deinem Haupt leuchtet der Goldhelm, von deiner Brust die leuchtende Brünne; in der Hand führst du den Speer Gungnir, zum letzten Male wirfst du ihn über das Heer der Feinde. Dir nach dringen Thor und Frey, Tyr und Heimdall, jeder sucht sich seinen Gegner, und dicht hinter dir Allvater sich dein Sohn, der starke Widar. Die Einherier folgen in der zugespitzten Schlachtordnung, die du selbst fandst, und den Eberrüssel nanntest; aber ehe sie sich in die Masse der Feinde hineinkeilen, streiten ihnen voran die hohen Götter, ein jeder gegen den Feind, den er sich erwählte. Du sprengst gegen den Fenriswolf, aber der schnappt zu mit dem gewaltigen Rachen und verschlingt den Vater der Götter. Doch schon springt Widar herbei, um den Vater, den er nicht schützen konnte, zu rächen, er setzt dem Wolf die eiserne Sohle seines gewaltigen Schuhs in den Unterkiefer, mit der rechten packt er den Oberkiefer und reißt den Schlund des Untiers auseinander, dass es hinstürzt und verendet. Thor schleudert auf das Haupt der Midgardschlange den Mjölnir und zerschmettert es, aber während sie sich sterbend krümmt, taumelt er neun Schritte zurück und fällt zu Boden, ihn tötete der giftige Atem, den der Wurm ihm entgegenblies. Tyr springt mit dem kurzen Schwert an gegen Garm, er durchbohrt den Höllenhund und empfängt gleichzeitig den Tod. Heimdall kämpft mit Loki, und einer erschlägt den andern. Frey prallt zusammen mit dem gewaltigen Surtur, das Lichtschwert des Gottes zerbricht unter dem Flammenschwert des Feuerriesen, und Frey fällt. Nun rast die Schlacht über das breite Gefilde, ungeheures Morden hebt an: da reckt sich Surtur über das Gewühl der verblutenden Heere, in der Faust schwingt er einen Feuerbrand und wirft ihn über die Erde, sodaß sie aufbrennt und die ganze Welt in lichter Lohe vergeht.

Verbrannt ist die Erde und alles, was auf ihr war. Ihre letzten Trümmer versinken ins Meer.

Aber einmal kommt der Tag, da steigt sie neu und verjüngt aus dem Wasser empor; sie begrünt sich mit Gras und Laub, Wasserfälle stürzen, vom Felsen schwebt der Adler über die Flut, um Fische zu fangen. Jung und hell scheint eine neue Sonne, die die alte gebar, noch ehe der Wolf sie verschlang. Und wieder sind die Götter da: Widar und Wali, deine Söhne, sie leben, entkamen unversehrt aus Flut und Flamme, und Thor´s Söhne Modi und Magni, die den Hammer des Vaters retteten. Und dann naht sich, aus dem Totenreich auferstanden, der reine Balder; er führt an der Hand Hödur, seinen unschuldigen Mörder, mit sich. Heiter sitzen die Götter beisammen, dort, wo einst das Idafeld war. Was hinter ihnen liegt, erscheint ihnen wie ein Traum, und sie erzählen sich, als seien es Märchen, die Geschichten von dem Wolf und der Midgardschlange, von Thors kühnen Fahrten und deiner erhabenen Weisheit. Eines Tages finden sie im Gras die goldenen Spiele der alten Götter: nun ist wieder goldene Zeit wie einst, die Sonne prangt, und die Erde schenkt, ohne Aussaat die Fülle ihrer Frucht. Und jetzt treten zwei Menschenkinder ins junge Licht, Lif und Lifthrasir; sie lagen umschlungen im Dickicht eines Waldes und nährten sich vom Morgentau. Von ihnen stammt ein neues Menschengeschlecht, das fortan die Erde bevölkert.

Einmal hebt sich noch im Glanz der neuen Sonne der Drache Nidhöggr aus der Tiefe, den Rachen mit Aas gefüllt, ein drohendes und finsteres Gespenst – wie eine tiefziehende Wolke streicht er mit schwarzen Flügeln über die Erde und versinkt weit draußen im Meer. Und niemals wird er wiederkehren.

Dann kommen wird als Herrscher über die Welt, an des deiner hehren Statt, ein anderer: der Allerhehrste, dessen Name kein Mund nennt.´

--So steht es geschrieben, so soll es geschehen, das aus dem Ende der goldenen Zeit und ihrer Götter eine neue, bessere Welt entstehen möge.--"

 

         

 

-- Surtur bringt das reinigende Feuer --

 

               

-- Wala kündet dem Allvater --         -- Lif und Lifthrasir --

 

 

 

 



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