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-- II/III --

 

"In der Leiche des Ymir hatten sich Maden gebildet; sie wühlten und wimmelten, da das Fleisch zu Erde gewandelt wurde, im Boden. Da schufen die Götter sie um zu Zwergen. Die hausten unter der Erdoberfläche im Dunkeln, darum hießen sie auch Schwarzalben. Klug und geschickt üben sie viele Künste, besonders die des Schmiedens, und so manches wertvolle Kleinod entstammt ihrer Hand. Vier der Zwerge nahmen die Götter und setzten sie nach Nord, Süd, Ost und West unter den Rand des Himmelsgewölbes, damit sie es stützten.

 

Die Riesen blieben verbannt aus dem befriedeten Reich von Midgard. Sie zeugten sich fort und wuchsen zu gewaltiger Zahl, ein wildes, unbändiges , ungestümes Geschlecht, unversöhnliche Feinde der Götter, die ihrem Urahnen erschlagen und sie selbst hinausgedrängt hatten an den Rand der Welt, obwohl ihr Stamm doch der ältere war. Die Riesen hießen auch Jöten, Thursen oder Trolle, ihr Reich ward Riesenheim genannt oder Utgard, Aus-der-Welt, weil es außerhalb von Midgard lag. Es gab Eis- oder Reifriesen, Berg- und Steinriesen, Wasserriesen und Sturmriesen; die meisten hatten ihre Wohnstatt im Osten und Norden der Welt. Im Süden wohnten die Feuerriesen, Muspelheim war ihr Reich und Sutur ihr gewaltiger Fürst.

 

Die Götter selbst erbauten ihre Burg inmitten von Midgard und nannten sie Asgard, nach dem Namen des eigenen Geschlechts; denn sie hießen Asen, das will sagen: Die Hohen im Geist.

 

 

 

-- Asgard und die goldene Zeit --

 

"Auf dem Idafeld hielten die Asen ihre Versammlungen, dort bauten sie ein Heiligtum und setzten um Odin´s Hochsitz ihre Stühle. Rings um die Thingstätte lagen ihre Säle, alle schon und von Gold glänzend. Denn sie hatten des Goldes genug; aus ihm bildeten sie alles Gerät, dessen sie bedurften.

 

Über das Dach des Heiligtums hinaus rauschte der Wipfel eines gewaltigen Baumes, der Weltenesche Yggdrasil; ihre Krone ragte in den Himmel und breitete sich über die ganze Welt, ihre drei Hauptwurzeln aber stießen weit hinein in die Tiefe. Eine reichte hinab nach Nebelheim bis zum Tobenden Kessel. Die zweite zog sich hin nach Riesenheim, und unter ihr lag ein Brunnen, dessen Wasser jeden, der davon trank, mit Weisheit beschenkte; ihn hütete der weise Riese Mimir. Unter der letzten Wurzel aber, die die Esche in Asgard selbst geschlagen hatte, lag der Urdbrunnen. Auf seinem dunklen Spiegel schwammen drei Schwäne, und bei ihnen wohnten drei geheimnisvolle Jungfrauen, die Nornen. Urd, Werdandi und Skuld geheißen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie bestimmten den Menschen das Schicksal und pflegten den heiligen Baum, stets seine Wurzeln fleißig mit dem Wasser des Brunnens tränkend. Und er bedurfte der Pflege: denn in Nebelheim, beim Tobenden Kessel, lag der scheußliche Drache Nidhöggr, der nagte an der Wurzel, und mit ihm viel anders hässliches Gewürm, sodaß den Baum Auszehrung und Fäulnis bedrohte."

 

 

 

         

 

 

         

 

-- Ymir, der Urriese --                    -- Nidhöggr, der Drache --

 

 

 

 



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