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-- I/VI --

 

--Walhalla --

 

"In hohem Glanz stand Asgard, von gewaltigen Mauern umschlossen, und allenthalben erhoben sich die herrlichen Hallen der Götter, die in ihren starken Händen die Macht hielten. In Trudheim hatte sich der starke Thor einen riesigen Bau errichtet, indem er mit der sanften Sif wohnte. Aber er war selten zu Hause; denn seitdem er Mjölnir besaß, den gewaltigen Hammer, fuhr er immer wieder nach Osten aus, um Trolle zu töten. Zwei Böcke zogen seinen Wagen, sie hießen Zahnknisterer und Zahnknirscher; unter den Hufen und den Rädern donnerte das Land, über das er hinwegfuhr, und durch den ganzen Himmel zuckte der Blitz, wenn er den Hammer warf. Oft nahm er den hurtigen Thialfi mit sich, den er auf einer seiner Fahrten zum Diener gewonnen hatte: Eines Abends nämlich war er zu einem Bauern gekommen und hatte Nachtquartier begehrt; das wurde ihm gern gegeben, aber es gebrach an Kost. Da schlachtete Thor seine beiden Böcke, ließ sie kochen und lud den Bauern mit Frau und Kindern zum Essen ein; dabei gebot er ihnen, sie sollten die Knochen unzerbrochen auf die Bockfelle werfen, die er vor dem Feuer auf den Boden gebreitet hatte. Thialfi aber, des Bauern Sohn, war lüstern nach dem Mark, darum spaltete er heimlich einen Schenkelknochen mit dem Messer. Am anderen Morgen in aller Frühe stand Thor auf, hob den Mjölnir und weihte die Bockfelle: da sprangen die beiden Böcke lebend empor; aber einer lahmte auf dem Hinterfuß. Als Thor das bemerkte, fragte er heftig, wer den Knochen beschädigt habe; er packte voll Zorn den Hammer, sodaß die Knöchel seiner Hand weiß wurden, und kniff die Augen zusammen; sein Blick, der aus dem Schlitz der Lider fuhr, war so furchtbar, daß der Bauer fast in den Boden sank. Er fiel mit seinem Weibe dem Gott zu Füßen und bat um Schonung, indem er alle seine Habe als Sühne bot. Da verging Thor der Zorn, er schonte das Leben Armen und nahm ihre beiden Kinder Thialfi und Röskwa zum Zeichen der Versöhnung in seinen Dienst. Röskwa, die rasche, gab er seiner Gattin Sif als Dienerin; Thialfi, der schnelle, aber mußte forthin ihn selbst auf seinen Fahrten begleiten. Die Kämpfe mit den Riesen machten Thor berühmt in allen Welten; keine Wehr konnte dem Mjölnir widerstehen. Außer dem Hammer besaß Thor noch zwei Kleinode: einen Kraftgürtel, der ihm, wenn  er ihn umlegte, die Stärke verdoppelte, und ein Paar Eisenhandschuhe, die ihm dazu dienten, den Hammer besser zu fassen. So bewaffnet schützte Thor die Bauern gegen die Riesenmächte, die ihnen Haus und Hof, Saat und Vieh bedrohten; er war ihr Gott, ihnen in vielem gleich, einfach, kraftvoll und derb, kein Freund vieler Reden, sondern stets bereit, dreinzuschlagen. Aber er wußte auch zu segnen, und derselbe Hammer, der die Häupter der Feinde zerschmetterte, weihte auch die Ehe und verhieß dem Bauerngeschlecht starken Nachwuchs.

 

In Breitglanz wohnte Balder, Odin´s Sohn von seinem Weibe Frigga, und mit ihm seine Frau Nanna: zwei Gatten, die sich so liebten, daß sie eins waren im Leben und im Sterben. Balder war der beste und edelste aller Asen; wo er war, konnte nichts Unreines sein. So schön war er von Gestalt und Angesicht, daß es um ihn glänzte, und sein Haar strahlte im hellsten Blond; die weißeste aller Blume wurde darum Balder´s Braue genannt. Er war sehr klug und beredt, aber nicht immer fand sein Rat Gehör. Mit Nanna zeugte er einen Sohn, der hieß Forseti und glich seinem Vater in vielen Dingen. Er war berühmt um seiner Gerechtigkeit willen; in seinen Saal kamen alle, die sich stritten, und gingen versöhnt wieder hinweg.

 

Albenheim hatte Frey zur Wohnung für sich und Gerd erwählt, mitten unter den Lichtalben, denen er Freund und Schützer war. Er glich selbst der Sonne, wenn er auf seinem goldborstigen Eber dahinfuhr oder auf seinem Zauberschiff Skidbladnir durch Luft und Meere glitt, und sein Schwert blitzte wie ein lichter Strahl. Ihn liebten alle, die stark und froh im Lichte lebten, und ihm zu Ehren opferten die Menschen den Eber am Julfest, wenn die Sonne neu aufersteht."

 

 

 

 

         

 

 

 

            

 -- Sif, Göttin d. Vegetation --          -- Thialfi und Roskwa --

 

 

 

 

 

 

 

 

 

        

                         



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