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-- I/III --

 

"Njörd aber lebte mit Frey und Freia fortan in Asgard, und sie gehörten zu den Asen, als seien sie von ihrem Stamm geboren. Njörd, ein milder Gott, gründete sein Haus dicht am Strand des Meeres, das er liebte. Frey, leuchtend von schöner, heller Kraft, sorgte für Regen und Sonnenschein und schenkte Erntesegen; als Waffe führte er ein Schwert, glänzend wie ein Sonnenstrahl. Freia aber war die schönste unter allen Göttinnen, kühn und den Kämpfern hold, dabei aller Liebenden Schützerin, und so hoch ehrten sie die Menschen, daß sie von ihrem Namen das Wort herleiteten, das den Zauber aller edlen Weiblichkeit in sich schließt: das Wort Frau.

 

 

 

-- Loki und seine Brut --

 

 

Aus Riesengeschlecht stammte Loki, und mit einer Riesin im Eisenwald, mit Namen Angrboda geheißen, zeugte er drei Ungeheuer: den Fenriswolf, die Midgardschlange und die Hel. Die drei Geschwister wuchsen auf in Riesenheim; aber die Götter erfuhren von ihnen, und eine Seherin weissagte ihnen Unheil von der bösen Brut. Da gebot Odin den Asen, die drei zu ergreifen und vor ihn zu bringen. Er packte die Schlange und warf sie ins Meer, dort lag sie in der Tiefe und wuchs immer mächtiger, bis sie den ganzen Erdkreis einschloß, sich selbst in den Schwanz beißend. Die Hel verbannte er nach Nebelheim und gab ihr die Herrschaft über die Toten. Nastrand hieß ihr Saal, dessen Fenster sich nach Norden kehrten, daß kein Sonnenstrahl ins Innere drang; Gifttropfen fielen von den Dachbalken, die Wände waren von Schlangenleibern geflochten. Finster brütend saß die Hel in der Halle, das Fleisch blau angelaufen von Verwesung. Ein gewaltiges Gitter schloß ihr Reich ab, davor bellte Garm, ein riesiger, wilder Hund mit blutbefleckter Brust. Und Nidhöggr, der Drache, der seit Urzeiten in Nebelheim lag und die Wurzeln der Weltenesche benagte, warf sich auf die toten Leiber und saugte aus ihnen das geronnene Blut. Den Wolf zogen die Asen bei sich auf; aber nur der kühne Tyr wagte sich in seine Nähe, um ihm Futter zu reichen. Das Untier wuchs von Tag zu Tag, und dünkte den Göttern immer gefährlicher, sodaß sie sich nicht mehr trauten, es mit Gewalt zu bändigen. Darum versuchten sie es mit der List. Sie schmiedeten eine starke Fessel, gingen damit zu dem Wolf und sagten: ´Du rühmst dich so großer Kraft und Stärke; gib uns einen Beweiß von ihr, indem du diese Fessel brichst!´ Der Wolf dachte, das sei für ihn keine zu harte probe und ließ sich die Fessel um die Beine legen. Nur einmal streckte und stemmte er sich, und schon brach die Kette entzwei.

 

Nun fertigten die Götter eine doppelt so starke Fessel an und sprachen zu dem Wolf: ´Wenn du diese Kette zerreißt, wirst du wegen deiner Stärke berühmt sein in der ganzen Welt!´ Der Wolf sah wohl, daß sie sehr stark war; aber er wußte auch, wie sehr seit der ersten Probe seine Kraft zugenommen hatte. ´Ich muß es darauf wagen´, dachte er bei sich; ´ohne Gefahr kein Ruhm!´ und so bot er seine Pfoten willig dar. Diesmal mußte er sich gewaltig anstrengen; lange schüttelte er, bis er die Fessel nahe hin zum Boden gestreift hatte, dann schlug er wild um sich und straffte alle Muskeln: endlich sprang die Kette entzwei. Das machte den Wolf sehr stolz, aber die Götter bekamen Angst, das sie seiner nie mehr würden Herr werden."

 

 

         

 

 

 

     

 

         -- Fenrir gegen Tyr --                    -- Loki´s Brut v. Angrboda --

 

 

   

 

 



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