derbegrabmond2

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-- II/III --

 

 

"Und die Frau Mond selbst war eifrig darauf aus, ihn zu retten, und so voller Freude, daß er wieder auf dem richtigen Pfad war. Dabei vergaß sie ganz, daß sie eigentlich selbst noch Hilfe brauchte und das sie festgehalten wurde von dem schwarzen Baumstumpf. So war der Mann dann weg; erschöpft und keuchend stolperte er davon und schluchzte vor Freude. Er floh um sein Leben aus den schrecklichen Sümpfen. Da überkam es Frau Mond, daß sie mächtig gerne mit ihm gehen würde. Und so zerrte sie und rang wie wahnsinnig, bis sie erschöpft von der Mühe am Fuß des Stumpfes auf ihre Knie niederfiel. Und als sie da so lag, und um Atem rang, fiel ihr die schwarze Kapuze nach vorn über den Kopf. Da ging das gesegnete Licht aus, und die Dunkelheit kam zurück und mit ihr alle ihre bösen Wesen, und sie kamen mit wildem Geschrei. Sie drängten sich um sie her, höhnten, schnappten und  schlugen nach ihr. Sie kreischten vor Wut und absoluter Bosheit und fluchten und knurrten, denn sie erkannten sie als ihren alten Feind, der sie immer wieder in in die dunklen Winkeln zurücktrieb. Und sie damit davon abhielt, ihre bösen und üblen Werke zu tun.

 

´Fürchte dich´, gellte es von den Hexenwichten, ´wieder hast du uns in diesem Jahr unsere Hexereien verdorben!´ ´und uns hast du in den dunklen Winkeln brüten lassen!´, heulten die Sumpfgeister. Und alle anderen Wesen stimmten ein mit einem lautem ´Ho ho!´, sodaß selbst die Grasbüschel erzitterten und die Wasser gurgelten. Und immer wieder von neuem fingen sie an. ´Wir wollen sie vergiften, sie vergiften!´ kreischten die Hexen. Und die andern Wesen heulten wieder. ´Wir wollen sie ersticken, sie ersticken!´, zischelten die kriechenden Scheusale und wanden sich um ihre Knie. Und wieder heulten alle anderen. Sie alle brüllten vor Haß und Bosheit. Und die arme Frau Mond duckte sich und wünschte, sie wäre tot und alles wäre vorbei. Und die Wesen stritten und zankten sich darüber, was sie mit ihr tun sollten, bis ein fahles grünes Licht am Himmel aufstieg, und es nahte die Dämmerung. Und als sie das sahen, bekamen sie Angst, sie hätten nicht mehr genug Zeit, um ihre bösen Absichten durchzuführen. Und da ergriffen sie die Frau Mond mit ihren grässlichen knochigen Fingern und legten sie tief ins Wasser am Fuß des Baumstumpfs. Und die Sumpfgeister holten einen sonderbaren großen Stein und wälzten ihn über sie, um sie am Aufstehen hindern. Und sie befahlen zwei Irrlichtern, sie sollten abwechselnd Wache halten auf dem schwarzen Sumpf und darauf zu achten, daß sie sicher und still liegenbleibe und nie mehr wieder würde hervorkommen können, um ihr Treiben zu stören. Und da lag die arme Frau Mond tot und begraben im Sumpf, bis irgend jemand sie befreien würde; und wer wüßte schon, wo man nach ihr suchen sollte?

 

Die Tage vergingen und es kam die Zeit des Neumondes. Die Menschen steckten sich Pennys in die Taschen und Strohhalme auf die Mützen, damit sie dafür bereit seien, und sie schauten nach Frau Mond aus. Denn sie war den Menschen immer ein guter Freund, und sie waren sehr froh, wenn die dunkle Zeit vorüber war und die Pfade wieder sicher. Und das die bösen Wesen durch ihr gesegnetes Licht zurückgetrieben wurden in die Dunkelheit und in die Wasserlöcher, aus denen sie kamen. Aber es vergingen Tag um Tag, und der erwartete Neumond kam nicht"

 

 

 

         

 

 

 

 

 

 

 

 



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