dietrichsriesen1

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-- I/V --

 

"Über das gewaltige Reich der Ostgoten herrschten als Könige drei Brüder aus dem Amelungengeschlecht, das sich von Wolfdietrich herleitete. Jeder besaß seinen Teil für sich: Ermanrich hielt Hof in Romaburg, Dietmar in Verona, das die Goten Bern nannten, Dieter in Breisach. Dietmars ältester Sohn war der Held Dietrich von Bern, der nachmals unter allen Königen und Helden am höchsten gepriesen wurde. Sein Vater setzte dem Knaben als Pfleger und Erzieher den starken und treuen Hildebrand, der sein ganzes Leben lang Dietrichs Waffenmeister und Berater blieb. Unter seiner Hand wuchs Dietrich zu einem herrlichen Jüngling heran, der aus scharfen blauen Augen wie ein Adler in die Welt sah.

 

Einst ritten die zwei in den Wald, um mit ihren Habichten und Hunden zu jagen; aber sie waren wohlgerüstet, denn sie ließen die Waffen nie von sich. Als Dietrich einen Hirsch verfolgte, sah er einen Zwerg vorbeilaufen. Sogleich warf er sein Roß herum, packte den Kleinen an Genick und hob ihn zu sich in den Sattel. Der Zwerg bat, ihn freizulassen: ´Ich will mich damit lösen, daß ich dir einen großen Schatz zeige. Wohl wachte ein Riesenpaar darüber; Grim heißt der Mann, er hat Zwölfmännerstärke, und sein Weib Hilde ist noch stärker und wilder als er. Aber du kannst beider Herr werden, wenn du zuvor des Riesen Schwert Nagelring gewinnst, die gewaltige Waffe, die ich mit eigener Hand schmiedete. Größeren Ruhm wird es dir bringen, Riesen zu erschlagen und den Hort zu erbeuten, als wenn du mich Knirps umbringst.´ Dietrich antwortete: ´So schwöre mir, heut noch Nagelring in meine Hand zu liefern und mich zu dem Schatz zu führen!´ Als der Zwerg den Eid geleistet hatte, ließ Dietrich ihn frei und jagte mit seinem Meister weiter bis zum Abend. Da brachte ihm der Zwerg das Schwert und wies ihn zu einer Felskluft: ´Dort wohnen die zwei, und dort liegt der Schatz! Nun nehmt allen euren Mut zusammen! Mich sollt ihr nicht wieder erwischen, und würde ich wer weiß wie alt sein!´ Damit verschwand er vor ihren Augen. Dietrich und Hildebrand aber stiegen von den Rossen und banden sie an.

 

Jetzt zog Dietrich Nagelring aus der Scheide, und beide mußten gestehen, daß sie nie ein schöneres Schwert gesehen hatten. Dann banden sie die Helme fest, schnallten die Brünnen enger und drangen mit erhobenen Schilden in die Kluft, Dietrich als erster, Hildebrand dicht hinter ihm. Grim schrak empor und fasste in seine Waffenkiste, da merkte er, daß sein Schwert gestohlen war. Sofort riß er einen großen Feuerbrand vom Herde und sprang gegen Dietrich an zu wildem Kampf."

 

 

 

         

 

 

 

 

 

 

-- Dietrich zieht auf Abenteuer --

 

 

 

 

 

 



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